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Requisiten und Kunstgriffe zum Becherspiel,
Kupferstich von 1786.
 

Im Mittelalter waren es die Gaukler, die von Stadt zu Stadt zogen und auf Straßen und Marktplätzen mit Taschenspieler-Tricks und Verwandlungskünsten die Schaulustigen anlockten. Die Schausteller "zersägten" Jungfrauen, enthaupteten Hühner und Gänse, um sie dann wieder wie durch ein Wunder zum Leben zu erwecken. Und ein Kunststück durfte natürlich niemals im Repertoir eines echten Taschenspielers fehlen: Das Becherspiel.

Die Requisiten dieses Kunststück, das bereits in der Antike bekannt war, wurden damit zu den Insignien der Zauberkunst, drei Becher und drei kleine Kugeln. Gaukler traf man im Mittelalter überall, auf jedem Markt und jedem Fest. Oftmals verkauften sie neben ihren Kunststücken auch noch Wundertinkturen und -elixiere.

Ihr unterhaltsames Spiel war auch bei Hofe sehr beliebt. Bei den Herrschern dieser Welt waren sie willkommen, denn sie sorgten für Zerstreuung und Kurzweil. Es gab kaum einen Potentaten, der sich keinen Hofnarren hielt. So faszinierend die Gaukler im Mittelalter auch waren, es wurde ihnen oft übel nachgeredet und mitgespielt. Gaukler, so hieß es, stünden mit den dunklen Mächten des Bösen im Bunde. Ein Hauch von Mystik und Nicht-Erklärbarem umwehte das Gewerbe. Kein Wunder, nur wenige wußten vor der Aufklärung um die Zusammenhänge in der Natur Bescheid.


Taschenspieler. Aus: Simon Witgeest, "Het Naturlyk Toverboek"
 
 

Und es gab nur wenige Schriften aus jener Zeit, die sich mit der Natur auseinander setzten. Eine, die aufklären wollte, sollte für viele Jahre zum Lehrbuch für angehende Zauberkünstler werden: "The Discovery of Witchcraft" aus dem Jahr 1584. Der Friedensrichter Reginald Scot beschrieb darin die bekanntesten Taschenspielertricks und erklärte die Verwandlungskünste.

Lesen Sie im zweiten Kapitel mehr über die Geschichte der Zauberei:
Das goldene Zeitalter der Magie:
Die Zauberkunst im 18. und 19. Jahrhundert


 


Sexy Magic von James Hodges

 
 


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